| Aus aktuellem Anlass - Richtigstellung zum Film XXY |
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vielleicht haben Sie den Weg auf diese Seite gefunden, als sie nach Informationen zum Film „XXY“ der argentinischen Regisseurin Lucía Puenzo suchten, der am 26.6.2008 in vielen Deutschen Kinos startete. Wir haben festgestellt, dass beim Publikum durch den Film, seinen unglücklich gewählten Titel und seine Darstellung in der Presse, ein völlig falsches Bild entsteht. Etliche Redakteure schreiben sinngemäß, dass Alex, die Hauptperson des Films, zwischengeschlechtlich geboren wurde, also männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale hat, weil sie einen abweichenden Chromosomensatz von XXY habe, aber genau dies ist nicht der Fall! Alex ist genetisch eine Frau mit normalem Chromosomensatz 46,XX. Sie ist vom Adrenogenitalen-Syndrom, AGS betroffen. Die Ursache dafür ist eine angeborene Funktionsstörung der Nebennierenrinde und keine Chromosomen-Anomalie. Frau Puenzo hat nach eigenen Angaben ihren Filmtitel „XXY“ nur als Metapher für das Leben zwischen den Geschlechtern gewählt, ohne damit den Chromosomensatz XXY zu meinen.
Nach aktueller Einschätzung gilt das Klinefelter-Syndrom an sich weder als Behinderung, noch als Krankheit. Trotzdem kann es unter Umständen als Begründung für einen Schwangerschaftsabbruch herangezogen werden. Die sachlich falschen Besprechungen des Films „XXY“ könnten dazu beitragen, dass sich werdende Eltern eines Klinefelter-Kindes grundlos zu diesem fatalen Schritt entschließen! Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es ganz ohne Auswirkung auf das Leben der Betroffenen wäre: Das zusätzliche X-Chromosom beeinflusst die Entwicklung der männlichen Keimdrüsen negativ, die Hoden bleiben klein und produzieren das männlichen Sexualhormon Testosteron nur unzureichend. Dieser Testosteronmangel ist die eigentliche Ursache für eine Reihe von Beschwerden und Spätfolgen, die auftreten können, aber keineswegs müssen:
Bis auf diesen letzten Punkt lassen sich die anderen Probleme durch die medikamentöse Gabe von Testosteron ganz beheben, oder deutlich vermindern. Auch die Auswirkungen auf die Psyche, wie häufige Müdigkeit, Antriebsarmut und Kontaktschwäche verbessern sich entscheidend. Für ein optimales Ergebnis ist es wichtig, dass die Betroffenen frühzeitig erkannt und dann ausreichend mit Testosteron behandelt werden können.
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