Frühförderung 

Mein Sohn Jannis (KS-Träger) bekommt, seit er 4 Jahre alt ist eine Frühförderung. Er hat eine Sprachentwicklungsverzögerung, Feinmotorik-Störungen und ist sehr schüchtern. Im Kindergarten war er immer der Außenseiter, der von anderen Kindern nicht beachtet wurde, weil er sich von den anderen abgegrenzt hat.

Eine Freundin von mir, sie ist Erzieherin, hat mich auf die Frühförderung aufmerksam gemacht.

Was ist Frühförderung genau? Für wen ist sie und was passiert da?

Mit einem einzigen Satz ist diese Frage leider nicht zu beantworten. Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass Eltern, Ärzte, Erzieher und Therapeuten noch nie davon  gehört haben oder nicht genau wissen, was es eigentlich ist.

Die Frühförderung betreut und fördert Kinder von 0 – 6 Jahren, die in ihrer Entwicklung verzögert sind, die behindert oder von Behinderung bedroht sind. Dazu gehören auch sogenannte „Risikokinder“, wie z.B. Frühgeborene. Die Frühförderstelle ist eine offene Anlaufstelle für Familien, die sich Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen.

Wir „arbeiten“ spielerisch mit den Kindern und versuchen sie ganz individuell auf eine für sie anstehende nächste Entwicklungsstufe zu locken. Dabei beziehen wir alle Bereiche der kindlichen Entwicklung mit ein, z.B. Wahrnehmung, Motorik, Feinmotorik, Sprache, Spiel- und Sozialverhalten, etc. Außerdem begleiten, beraten und unterstützen wir die Familien der Kinder und deren Umfeld (wie z.B. ErzieherInnen im Kindergarten und ähnliche Personen, die mit dem Kind zu tun haben.)

Wir kommen in der Regel 1 x pro Woche zu den Familien nach Hause, oder in den Kindergarten und beziehen in den Förderstunden das vorhandene Spielmaterial, die Geschwisterkinder und die Eltern mit ein.

Bei uns arbeiten Dipl. Pädagoginnen, Dipl. Sozialpädagoginnen, Dipl. Heilpädagoginnen, Dipl. Psychologinnen, Ergotherapeutinnen und Physiotherapeutinnen.

Zu den Aufgaben gehörten:

  • die Früherkennung von Entwicklungsrisiken und –problemen,
  • kindbezogene Hilfe durch Entwicklungsdiagnostik, Begleitung, Unterstützung und Förderung
  • familienorientierte Hilfe durch Informationen, gemeinsame Beobachtung und Zielsetzung
  • Anleitung der Eltern und Beratung über Entwicklungsstand und Entwicklungsbedürfnisse des Kindes
  • Integrationshilfe für Kind und Familie durch umfeld- und netzbezogene Hilfen, wie Beratung, Vermittlung von Kontakten, Elterngruppen, Zusammenarbeit mit KinderärztInnen, TherapeutInnen, anderen Institutionen und Kindergärten.

Der Weg zur Frühförderung ist durch die Antragsstellung und die notwendigen Gutachten etwas länger, aber für die Familien ist er ganz einfach: Kosten entstehen den Eltern keine, denn zuständig sind hier Krankenkassen und Sozialämter.

Infos unter: http://www.fruehfoerderstellen.de

Andrea Engelken (ehem. Vorstandsmitglied der DKSV e.V.)          
Peggy Nitz (Dipl.-Sozialpädagogin)